Elternbeirat holt Digi-Camp ans Gymnasium

Die Jugend verwirklicht sich heute oft ohne die Einflussnahme und die Kontrolle der Eltern im Netz, in den neuen Medien, auf sämtlichen sozialen Kanälen. Die Kinder wachsen zwar mit der vernetzten Welt und deren unzähligen Möglichkeiten auf, doch ist ihnen wirklich immer bewusst, welche Auswirkungen ihr Handeln auf andere, aber auch auf sie selbst haben kann? Wie schnell bilden sich neben Chancen auch Gefahren, Druck und immenser Stress?

Um tiefer in diese Thematik einzusteigen, hat der Elternbeirat gemeinsam mit dem Direktorat das sogenannte Digi-Camp – Life in Balance von der Barmer Krankenkasse, der BG3000 und des TÜV Rheinland an die Schule geholt. In der Woche vom 16. bis 20. April konnten sich so die  9-Plus-Klassen und die 10. Jahrgangsstufe gemeinsam mit den Trainern und Medienpädagogen genauer über das Präventionsprojekt vor digitalem Stress ‘Immer online – nie mehr allein’ informieren, viele soziale Kanäle aktiv ausprobieren und über Probleme und Gefahren diskutieren.

Was ist Cyber-Mobbing und wie kann man sich dagegen wehren? Welche Folgen hat der Psychostress für Mobber und Opfer? Das Problem der heutigen Zeit ist, dass zwar im sozialen, persönlichen Umgang miteinander wichtige Regeln eingehalten werden, der Raum im Netz aber völlig frei von erlernten Kompetenzen und Hemmschwellen scheint. So lernten die Schüler in Kursen beispielsweise die wichtigen Schlagwörter STOP – BLOCK – REPORT. Vor allem beim Schreiben von What’s App-Nachrichten sollte sich jeder vorher überlegen, ob das, was er gerade schreiben will, wirklich gesendet werden sollte. Wie würde man sich selbst fühlen, wenn man so eine Nachricht bekommt? Würde ich wirklich beim Nachbarn klingeln und ihm ins Gesicht sagen ‘Du bist hässlich!?’ Bei Cyber Mobbing müsse man den entsprechenden Sender sofort blocken und im Zweifelsfall sogar dem App-Anbieter melden und schließlich mit Lehrern, Eltern oder Jugendbetreuern über das Problem sprechen.

Die Jugendlichen konnten sich neben den allgemeinen Infoteilen und dem beeindruckenden Live-Hacking schließlich drei Tage lang in jeweils zwei Kursen austoben, denn über 90 Prozent aller User sind normalerweise nur passiv unterwegs. Doch das Netz bietet viele Möglichkeiten, wenn man verstanden hat, worauf es ankommt und was erlaubt ist. Auch für das spätere Berufsleben werden heute viele Fähigkeiten im Internetbereich vorausgesetzt. Wie man ein Facebook- oder Instagramm-Profil erstellt ist dabei genauso wichtig, wie richtig mit Word oder Powerpoint umgehen zu können. So konnten die Schüler beispielsweise auf You Tube aktiv werden, Instagram entdecken, mit Tablets den Unterricht gestalten oder Journalistenarbeit im Wandel des digitalen Zeitalters entdecken. “Wir planen in den kommenden Jahren, Tablets mit in den Unterricht einzubauen. Das wird alles kommen und irgendwann Heft und Bücher ersetzen”, erklärte auch Herr Lohneiß im Rahmen der Veranstaltung. “Da wollen wir vorne mit dabei sein und unseren Schülern die besten Voraussetzungen geben.”

Auch die Eltern waren am Mittwoch, den 18. April 2018 zum entsprechenden Infoabend in die Aula geladen. Wer wusste schon vorher, dass es wissenschaftlich erwiesen ist, dass während der Hausaufgaben ein Blick auf das Handy etwa 20 Minuten Zeit fordert, bis der Schüler wieder so konzentriert an der Arbeit ist wie zuvor.

Welche Altersstufe sollte welche Einschränkungen im Netz bekommen – auf all diese Fragen gab es Tipps und Antworten. Es wurde auch klar, das Internet bietet viele Chancen und Möglichkeiten für alle. Doch auch Erwachsene müssten die Digitalisierung verstehen und sich in die Welt, in der die Kinder heute leben, hinein denken können. Nur wer die Jugendlichen und ihr digitales Verhalten verstehe, auch mal mit ihnen zocke und wisse, auf welchen Kanälen die Kids unterwegs seien, könne sie wirklich verstehen, unterstützen und so die richtigen Weichen stellen. Gemeinsam kommt man dann sicher, kompetent und vor allem unbeschadet mit den neuen digitalen Möglichkeiten durch den Alltag – so das Fazit der Veranstaltung!Die Gymnasiasten haben die Alternative zum Schulalltag sichtlich genossen und sicherlich einige wichtige Infos mitgenommen. Auch den Eltern wurden am Ende des informativen und unterhaltsamen Vortrags noch als Ratgeber Adressen und weitere Infos auf guten Internetseiten und per Telefonhotline mit an die Hand gegeben.

Sogar die regionale Presse nahm die Veranstaltung mit in ihre tagesaktuelle Berichterstattung auf.

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